Hoffnung auf ein Wiedersehen

Roman#056HoffnungaufeinWiedersehen… „Flackernd spiegelte sich das Licht der Kerze in den Fensterscheiben. Die kleine Flamme begleitete Martinas Bewegungen mit züngelnden Wirbeln. „Schon gut“, beruhigte Martina das schrillende Telefon, das sie erst unter dem Kissenberg auf dem Sofa ausgraben musste. Ein Räuspern war zu hören. Ihre Mutter machte eine Kunstpause. „Ich komm gleich mal vorbei. Es gibt was Wichtiges.“ Dann knackte es im Hörer. „Ausgerechnet heute!“, stöhnte Martina. Der 27. April war ihr heilig. Seit fünfzehn Jahren gehörte dieser Tag ihr, ihr ganz allein. Wenn sie aus der Kanzlei nach Hause kam, versenkte sie sich in die Dunkelheit, kramte bei Kerzenschein in den alten Fotos und trank zwei, drei Gläser von dem schweren Bordeaux. Den sie eigentlich nicht mochte. Nicht mehr.“ …