Ich säte Güte und erntete Verrat

Schicksal#030IchsaeteGueteundernteteVerrat… „Quälend langsam mühte ich mich die Stufen zu unserer Wohnung hinauf. Ich hatte das Gefühl, dass mir das Treppensteigen von Tag zu Tag schwerer fiel. Keuchend tastete ich nach dem Schlüssel und öffnete die Wohnungstür, als mir auch schon meine Tochter wie ein Wirbelwind entgegen gestürzt kam. „Guck dir das an!“, rief sie selig und hielt mir ein paar Bogen Papier unter die Nase. „Ich habe die beste Jahrgangsarbeit geschrieben!“ Während Ricarda mir ganze Passagen aus ihrer Arbeit vorlas, räumte ich den Kühlschrank ein, machte den Abwasch und bereitete das Abendessen vor. Stolz hörte ich ihr zu, auch wenn ich nicht einmal die Hälfte all dieser juristischen Fachbegriffe verstand. Es war ja irgendwie auch mein Erfolg, denn ich hielt ihr den Rücken frei, damit sie mehr Zeit zum Lernen hatte.“ …